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letzter PSA vom

Erfahrungsberichte

       
01.01.2021 - -
Vorbemerkung: Ich beginne meine Berichte im April 2026 zu schreiben, zunächst als Rückschau auf die ersten ca. 4 Jahre. Danach soll es dann "live" weitergehen.
       
01.02.2021 - -
2020/21 hatte ich das Gefühl, dass das Wasserlassen zunehmend länger dauert. Ich beschloss, zu einem Urologen zu gehen. Da sich gleichzeitig auch ein Jobwechsel ankündigte und ich die Untersuchung und Behandlung möglichst vorher hinter mich bringen wollte, suchte ich mir via Doctolib einen Urologen mit möglichst frühen offenen Terminen. Meine Wahl fiel auf eine Praxis, zu der ich zwar quer durch die Stadt (Bonn) fahren musste, aber das nahm ich in Kauf, da ich davon ausging, dass es bald erledigt sein würde. :-)
       
01.03.2021 - -
Der Urologe führte die üblichen Untersuchungen durch. Meine Prostata erwies sich mit 67 ml schon als ziemlich groß und er bestätigte eine gutartige Vergrößerung. Er bot an, auch eine Früherkennung auf Prostatakrebs zu machen und erklärte die notwendigen Untersuchungen. Ich war einverstanden. Die „digitale“ Tastuntersuchung ergab keinen Befund. Eine Blutprobe wurde genommen und ich war natürlich gespannt auf das Ergebnis.
       
04.03.2021 7.30 04.03.21
Mein erster PSA-Wert lag direkt mal deutlich über dem Grenzwert von 4 ng/ml. Das war natürlich nicht so erfreulich. Der Urologe beruhigte mich aber und sagte, das könne auch andere Ursachen haben als Prostatakrebs.
       
07.04.2021 13.40 07.04.21
Einen Monat später die nächste Blutabnahme – und der Wert war fast doppelt so hoch wie bei der ersten Probe! Ich war ziemlich geschockt. Der Urologe blieb ruhig, fragte nach Symptomen und wir vereinbarten erstmal einen weiteren Termin etwa 3 Wochen später. Er gab mir auch Hinweise, vor einer solchen Probe auf Dinge wie Radfahren, Reiten und Orgasmen zu verzichten. Reiten spielte bei mir keine Rolle. :-)
       
30.04.2021 7.10 30.04.21
Der nächste PSA-Wert lag nun nicht mehr so erschreckend hoch, sogar etwas tiefer als der erste Wert. Ich war erstmal erleichtert. Dennoch legte der Urologe mir angesichts des dauerhaft erhöhten Wertes nun nahe, über kurz oder lang eine Fusionsbiopsie zu machen. Ich zögerte, ich hatte ja außer dem Wasserlassen sonst keine Beschwerden.
Außer dem eigentlichen PSA-Wert hatten wir auch noch weitere Nebenwerte, wie „freies PSA“ und „PSA-Dichte“ bestimmt, und diese zeigten eine indifferente Tendenz zwischen „Krebs“ und „andere Ursachen“.
Die gutartige Vergrößerung, wegen der ich ursprünglich mal zum Arzt gegangen war, trat allmählich in den Hintergrund. Der Urologe hatte mir Tamsulosin verschrieben und das wirkte ja auch. Die Nebenwirkung der retrograden Ejakulation verdarb mir allerdings oft meine Orgasmen und ich begann, mit der Dosis bzw. Einnahmefrequenz zu experimentieren, um einen guten Kompromiss zu finden. Das Tamsulosin bekämpft ja nur das Symptom und ändert am Wachstum des Organs gar nichts, also vergab ich mir mit den Experimenten nichts.
       
21.10.2021 7.60 21.10.21
In der zweiten Jahreshälfte, nach weiteren PSA-Proben, gab ich dem Drängen des Urologen nach und vereinbarte eine Fusionsbiopsie in der Helios-Klinik Bonn, die der Urologe mir empfohlen hatte. Kein Wunder, sie liegt ja auch in der Nähe seiner Praxis. Trotz der dauerhaft erhöhten Werte war ich noch optimistisch, keinen Krebs zu haben.
       
13.12.2021 8.60 13.12.21
Im Dezember 2021 legte ich mich – zum erstenmal im Leben – in eine MRT-Röhre. Es war natürlich eine Herausforderung, eine halbe Stunde komplett still zu liegen, aber ansonsten habe ich es problemlos überstanden, insbesondere machte mir die Enge nicht zu schaffen.
Nach dem MRT musste ich noch bestimmt eine Stunde in der Klinik warten, erhielt aber dann auch sofort das Ergebnis mitgeteilt: Es gab tatsächlich ein suspektes Areal in meiner Prostata. PIRADS 4. Ich war einigermaßen konsterniert, mein Optimismus begann zu schwinden…
(Im Nachhinein finde ich es übrigens einen guten Service der Helios-Klinik, das MRT-Ergebnis direkt im Anschluss mitzuteilen. In meinen weiteren Kliniken war das nicht so, da fuhr ich jeweils nach Hause und hatte tagelang Zeit, mich erstmal gründlich verrückt zu machen, bis dann der Bescheid mit dem Ergebnis kam. ;-) )
       
20.12.2021 8.60 13.12.21
Ich hatte eine CD mit den MRT-Bildern mit nach Hause genommen und vertiefte mich eingehend in die Bilder. Anfangs wurde mir leicht übel, mein eigenes wabbeliges „Gekröse“ näher anzusehen, aber daran gewöhnte ich mich schnell. Die wenigen Knochen, die zu sehen waren, fand ich hingegen regelrecht schön, vor allem die glatten runden Oberschenkel-Gelenkköpfe. :-)
Ich recherchierte im Internet, wie man solche Bilder interpretiert. Im Bericht der Helios-Radiologie war erwähnt, welches Bild in welcher Serie das verdächtigte Areal am besten zeigte, und von da ausgehend arbeitete ich mich auch durch die anderen Serien. Bewundernswert, wie Spezialisten aus diesen wolkig-grauen Bildern detaillierte Diagnosen ableiten können.
       
30.12.2021 8.60 13.12.21
„Zwischen den Jahren“ 2021/22 trat ich dann in der Helios-Klinik an zur Prostatabiopsie. Zur lokalen Betäubung hatte ich mich für eine Spinalanästhesie entschieden, bei der mit einer Injektion ins Rückenmark das Nervensystem der Beine und des Unterleibs komplett blockiert wird. Die funktionierte auch gut, von den meisten Probennahmen spürte ich nur einen Ruck. Erst bei den letzten Proben kamen leichte, stechende Schmerzen durch.
Wegen der Spinalanästhesie kam ich kurz auf die Intensivstation und das war auch gut so, denn mir sackte aufgrund der lahmgelegten Beinmuskulatur alsbald der Kreislauf weg und ich war kurz davor, ohnmächtig zu werden. Die Pfleger/innen reagierten aber schnell, lagerten meine Beine hoch und mein Kreislauf normalisierte sich wieder.
Zurück im Krankenzimmer konnte ich dann für ein paar Stunden die Erfahrung „genießen“, wie es ist, querschnittsgelähmt zu sein. Es war schon echt unheimlich, ein Bein bewegen zu wollen und im ersten Moment auch *sehen* zu meinen, dass es sich bewegt, nur um dann zu bemerken, dass es immer noch still da liegt. Auch die Erfahrung, sich ans eigene Bein zu fassen und das Gefühl zu haben, die etwas kühle Haut eines *fremden Menschen* zu berühren, war unheimlich. Ich war sehr froh, als nach einigen Stunden langsam das Gefühl in Beinen und Unterleib zurückkehrte und ich mich allmählich auch wieder bewegen konnte.
Sehr unangenehm war noch der Blasenkatheter, der mir gelegt worden war und erst einige Stunden nach der OP aus meinem Penis gezogen wurde. Bei diesem Ziehen hatte ich stechende Schmerzen in der Harnröhre, sowie noch tagelang während des Urinierens. Trotzdem ist der Blasenkatheter bei solchen Eingriffen wohl unvermeidlich, da er einen Harnverhalt zuverlässig verhindert – der noch deutlich schmerzhafter wäre...
Eine weitere unangenehme Erfahrung war ein enormer „Stuhldrang“ (immerhin kein Schmerz). Als ich wieder laufen konnte, setzte ich mich zweimal auf die Toilette und presste aus Leibeskräften, ohne dass etwas kam. Wie auch, ich war ja nüchtern zur OP angetreten, aber das Gefühl, dass da etwas sein *musste*, war einfach zu stark.
Dieses Gefühl wurde mir mit der durch die Biopsie nun mal leicht verletzten Prostata erklärt, die nun anschwoll und auf den Enddarm drückte. Jahre später habe ich noch eine weitere Erklärung gehört, die mir inzwischen wahrscheinlicher erscheint: Die Biopsie selbst wurde zwar perineal durchgeführt, aber in den Enddarm wird ja zusätzlich noch ein Ultraschallkopf eingeführt, mit dem die Probenentnahme kontrolliert wird. Und dieser Kopf ist es, der den Enddarm irritiert. Ich hatte bei späteren Gelegenheiten nicht nochmal einen so starken „Stuhldrang“ wie damals in der Helios-Klinik und spekuliere inzwischen, dass dort vielleicht ein besonders großer Ultraschallkopf eingesetzt wurde??
       
27.04.2026 11.40 26.02.26
Fortsetzung folgt...
       

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